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Wie Digitalisierung die Qualitätssicherung verändert

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14. Mai 2020

Verfasst von:

Kai Wangerow
Kai Wangerow

Fehlermanagement 4.0 – Wie die Digitalisierung die Fehlererfassung und -verarbeitung verändert.

Fehler passieren jedem!

Oft hört man die Aussage „Fehler in der Produktion? Die gibt es bei uns nicht“. Es handelt sich hierbei um ein Bild, das viele Unternehmen nach außen hin darstellen möchten, jedoch ehrlicherweise nicht die Realität widerspiegelt. Die Wahrheit ist: Fehler passieren jedem, auch wenn es vielleicht nur wiederwillig zugeben wird. Studien belegen, dass sich die internen Fehlerkosten in produzierenden Unternehmen auf eine Höhe von durchschnittlich 1,4% des Jahresumsatzes belaufen, was bei einem durchschnittlichen deutschen Maschinenbau-Unternehmen fast 5.000 Euro pro Monat entspricht.

Ein aktiv betriebenes Fehlermanagement kann dazu beitragen diese Fehlerkosten, durch systematische Fehlererfassung, -analyse und -abstellung, deutlich zu senken. Jedoch zeigen weitere Studien, dass Produktionsfehler oft nur unsystematisch und unvollständig erfasst und oft nicht weiterverarbeitet werden. Daher ist es für viele Unternehmen kaum möglich, übergeordnete Erkenntnisse aus auftretenden Fehlern zu ziehen und diese als Verbesserung in die existierenden Prozesse zurückzuführen.


Neue Ansätze zur Digitalisierung

Die Digitalisierung in der Produktion bringt jedoch neue technologische Möglichkeiten mit sich, um die aufgezeigten Defizite im Fehlermanagement zu optimieren. Einerseits können Fehler in der Produktion mit Hilfe mobiler Endgeräte schnell, vollständig und digital erfasst werden. Andererseits bieten KI-gestützte Methoden aus dem Bereich des maschinellen Lernens die Möglichkeit, eine große Menge an Daten automatisiert zu analysieren.

Um Produkt- und Prozessfehler in der Produktion – vom Wareneingang bis zur Endkontrolle – intuitiv und auf einfachem Wege zu erfassen wurde SmartQM entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein modernes Fehlermanagementsystem, bestehend aus ein oder mehreren mobilen Endgeräten zur Fehlererfassung und einer browsergestützten Software zur Fehlerauswertung und -bearbeitung. Anwendertests haben ergeben, dass durch die Nutzung von SmartQM die Erfassung von Fehlern bis zu sieben Mal schneller durchgeführt werden kann, als bei der konventionelle Erfassung mit Stift und Papier. Zudem lassen sich durch Fehlerauswertung im Dashboard und die geführte Fehlerbearbeitung die Fehlerursachen deutlich gezielter identifizieren und die Fehler schneller abstellen als zuvor.

Neben der Fehlererfassung profitiert auch deren Analyse durch die fortschreitende Digitalisierung. Unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz sind erweiterte Analysemethoden auf dem Vormarsch, die überzeugende Vorteile gegenüber den Methoden der klassischen Fehleranalyse haben, wie sie beispielsweise im Bereich des Six Sigma Verbesserungsmanagements eingesetzt werden. Durch Methoden des maschinellen Lernens, die dem Gebiet der künstlichen Intelligenz zugeordnet werden, ergibt sich die Möglichkeit, große und heterogene Datenmengen mit komplexen Strukturen zu analysieren. Dabei kommen vor allem Analysemodelle der Klassifikation, der Regression oder des Clusterings zum Einsatz. Neben einer einfachen Ursachenanalyse lassen sich somit auch unbekannte Fehlerzusammenhänge entdecken, die Wahrscheinlichkeit von Fehlerursachen bestimmen, Fehlerursachen und Abstellmaßnahmen basierend auf historischen Fehlerdaten automatisiert bestimmen sowie zukünftige Fehlerereignisse voraussagen.


Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass…

…Fehler schon immer passiert sind, aktuell passieren und höchstwahrscheinlich auch immer passieren werden.

…ein aktives Fehlermanagement dazu beiträgt, die Fehlerkosten im Unternehmen moderat zu halten.

…die Digitalisierung neue technologische Möglichkeiten mit sich bringt, um das Fehlermanagement mit modernen Methoden und Werkzeugen zu optimieren.

…Fehler heutzutage mit mobilen Endgeräten erfasst werden können.

…Fehlerdaten mit Hilfe künstliche Intelligenz ausgewertet werden und effektiv abgestellt bzw. vermieden werden können.



Verschiedene Praxistests haben gezeigt, dass die Digitalisierung bereits erste merkliche Verbesserungen zur Erfassung, Analyse und Abstellung von Fehlern in der Produktion beigetragen hat. Dazu wurde mit SmartQM eine günstige, moderne Alternative geschaffen, um Produktionsfehler zeit- und ressourcenschonend abzustellen.